Presseinformation 1.3.2017

Gemeinsame Presseinformation des Stifterverbands, der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und des Verbands Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland

Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2017

Preisträger stehen fest

Berlin, 1. März 2017. Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in Mathematik und Naturwissenschaften geht in diesem Jahr an Professor Dr. Jorge Groß von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Biowissenschaften), Dr. Christian Ehli von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Chemie), Professor Dr. Sven de Vries von der Universität Trier (Mathematik) sowie gemeinschaftlich an Professor Claudia Schäfle, Professor Silke Stanzel und Professor Elmar Junker von der Hochschule Rosenheim (Physik).

Der Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich durch herausragende, innovative und beispielgebende Leistungen in Lehre, Beratung und Betreuung auszeichnen. Der Preis wird vom Stifterverband, der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland ausgelobt. Die Auszeichnung wird seit 2014 in den Kategorien Biowissenschaften, Chemie, Mathematik und Physik vergeben und ist mit je 5.000 Euro dotiert.
Interessierte sind herzlich zur feierlichen Verleihung des Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2017 eingeladen, die am 30. März 2017 um 17:00 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindet. Bitte melden Sie sich bis zum 22. März 2017 unter berlin@vbio.de an.

Die Auswahl der Preisträger traf eine elfköpfige Jury aus Fachvertretern, Vertretern der Hochschuldidaktik sowie Studierenden. Sie sprach den Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2017 folgenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern zu:

Im Fach Biowissenschaften
Professor Dr. Jorge Groß lehrt Didaktik der Naturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. An einer Universität ohne naturwissenschaftlichen Fachbereich macht er die Ausbildung von Biologielehrern überhaupt erst möglich. Er legt den Fokus auf die Nutzung digitaler Werkzeuge und hat unter anderem das GreenLab eingerichtet, in dem Studierende als "didaktische Doppeldecker" abwechselnd in die Rolle des Lehrenden und Lernenden springen und fachliche wie methodische Kompetenzen erwerben. Die Jury würdigt sein ausgesprochen vielfältiges methodisches Repertoire und die zahlreichen Angebote, mit denen Prof. Groß auch viele Zielgruppen außerhalb der Hochschule erreicht. Allein eine von ihm erstellte App für die interaktive Artenbestimmung wurde bisher über 55.000 Mal heruntergeladen und ist deutschlandweit an vielen Hochschulen im Einsatz.

Im Fach Chemie
Als Akademischer Rat für physikalische Chemie setzt Dr. Christian Ehli von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg darauf, physikalische und allgemeine Chemie im gesamten Bildungsweg zu verankern. Hierzu pflegt er engen Kontakt zu Schulen, um den Übergang zwischen Schule und Hochschule zu erleichtern. Er führt regelmäßig  Experimentalvorlesungen an Schulen durch und bietet für die Studieneingangsphase Brückenkurse an. Die Studierenden lernen interaktiv durch die Einrichtung von E-Learning-Elementen bei Vorlesungen und Tutorien oder experimentieren frei. Lehrerinnen und Lehrer an Schulen profitieren durch seine Fortbildungskurse im Bereich der Chemie. Die Jury überzeugte er auch durch pragmatische Ansätze sowie durch die ambitionierte „Full support-Garantie“ für Studierende.

Im Fach Mathematik
Professor Dr. Sven de Vries von der Universität Trier begeistert mit seinem dialogischen Lehrstil Studierende, darunter insbesondere Lehramts- und Nebenfachstudierende für die Mathematik. Mit seinem vielfältigen Engagement erreicht er nicht nur Studierende, sondern spricht auch Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie die breite Öffentlichkeit an. Besonders beeindruckte die Jury sein sehr gut durchdachtes, umfassendes Lehrkonzept für die Lehramtsausbildung. Zum Beispiel führte er das erfolgreiche Seminar „Mathematik und Kunst“ ein, dessen Ansatz mittlerweile für andere Veranstaltungen übernommen wurde.

Im Fach Physik
Professor Dr. Claudia Schäfle, Professor Dr. Silke Stanzel und Professor Dr. Elmar Junker lehren an der Hochschule Rosenheim Physik. Sie bieten in mehreren, sehr unterschiedlichen Studiengängen Veranstaltungen im grundständigen ebenso wie im fortgeschrittenen Bereich an. Besonders im Vordergrund steht dabei das „Just in Time Teaching“ (JiTT), bei dem der Lernstand der Studierenden kleinschrittig, online-basiert erhoben wird, um durch flexible Anpassung der jeweils direkt folgenden Lehrveranstaltung Verständnisproblemen von Studierenden zu begegnen.
Außerdem wird das Instrument der „Peer-Instruction“ genutzt, mit dem die Studierenden sich gegenseitig komplexe Sachverhalte erläutern, die sie sich so besser aneignen und die fachliche Diskussionskultur einüben können.
Überzeugt hat die Jury neben der vorbildhaften kollegialen Zusammenarbeit der Preisträger vor allem die Tatsache, dass die Motivation der Studierenden, sich auf Veranstaltungen vorzubereiten eindrücklich erhöht werden konnte.


Zur Veranstaltung
Die feierliche Verleihung des Ars legendi-Fakultätenpreises Mathematik und Naturwissenschaften 2017 findet am 30. März 2017 um 17:00 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Den Festvortrag mit dem Titel „Vom Sehprozess der Mikroalgen zur Licht-gesteuerten Maus  ̶  die Entwicklung der Optogenetik“ hält Professor Dr. Peter Hegemann, Humboldt-Universität zu Berlin.
Wir erbitten Ihre Anmeldung bis zum 22. März 2017 unter berlin@vbio.de an.

Weitere Informationen
Informationen zum Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften finden Sie unter https://www.stifterverband.org/ars-legendi-mn

Pressekontakt VBIO:
Dr. Kerstin Elbing, Tel.: (030) 27891916, E-Mail: elbing@vbio.de
Pressekontakt Stifterverband:
Peggy Groß, Tel.: (030) 982 322-530, E-Mail: peggy.gross@stifterverband.de

Presseinformation der Deutschen Mathematiker-Vereinigung

Cantor-Medaille der DMV für Gerd Faltings
Ehrenmitgliedschaft der DMV für Jean-Pierre Bourguignon

Berlin, 3. Februar 2017. Gerd Faltings, Wissenschaftliches Mitglied und Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, Honorarprofessor für Mathematik an der Universität Bonn und Mitglied im Hausdorff Center for Mathematics, dem Bonner Exzellenzcluster für Mathematik und mathematische Ökonomie, erhält die Cantor-Medaille der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV). Das beschloss das Präsidium der DMV kürzlich in Berlin. Die Cantor-Medaille ist die bedeutendste wissenschaftliche Auszeichnung, die die DMV vergibt. Das Preisgeld beträgt 4.000 Euro, es zählt das Renommee. Faltings Arbeiten revolutionierten die algebraische Geometrie und strahlten auch auf andere Teilgebiete der Mathematik ab, etwa auf die Zahlentheorie. International bekannt wurde Faltings bereits 1983, als er als 28-jähriger Mathematikprofessor die „Mordellsche Vermutung“ bewies – ein Jahrhundertbeweis zu einer Fragestellung, die der amerikanisch-britische Mathematiker Louis Joel Mordell 1922 formuliert hatte. Mit der Cantor-Medaille würdigt die DMV nun das Lebenswerk von Gerd Faltings. Die Medaille wird Faltings im September auf der DMV-Jahrestagung übereicht, die dieses Jahr vom 11. bis 15. September gemeinsam mit der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft (ÖMG) in Salzburg stattfindet.

Ferner beschloss das DMV-Präsidium Jean-Pierre Bourguignon zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen. Der französische Mathematiker forschte unter anderen zur Differentialgeometrie und ihren Anwendungen in der mathematischen Physik – zunächst als Professor an der École polytechnique (1986-2012), dann als Direktor am Institut des Hautes Études Scientifiques (1994-2013). Insgesamt gehörte er 44 Jahre lang dem CNRS an, der bedeutendsten nationalen Forschungsorganisation in Frankreich. Als Präsident der Société Mathématique de France (1990-1992) setzte sich Bourguignon erfolgreich für eine engere Kooperation zwischen den beiden mathematischen Vereinigungen dies- und jenseits des Rheins und darüber hinaus für die Mathematik in Deutschland ein. So war er langjähriges Mitglied in der wissenschaftlichen Kommission des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach und hat sich intensiv für das Zentralblatt MATH engagiert. Seit Anfang 2014 ist Jean-Pierre Bourguignon Präsident des Europäischen Forschungsrates ERC.

Pressekontakt

David Vogel und Thomas Vogt
Freie Universität Berlin
Medienbüro Mathematik
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(aktualisiert am 06.02.2017)